Der Gemeinderat von Tuttlingen beschloss, die Stadt solle künftig als “Sicherer Hafen“ für Migranten gelten. Damit hat man sich den Zielen der Initiative “Seebrücke“ verschrieben, die fordert freiwillig und unabhängig von Zuteilungsquoten, mehr Menschen aufzunehmen, die über das Mittelmeer nach Europa kommen. Während momentan auf europäischer Ebene Verhandlungen über Quoten zu deren Aufnahme geführt werden, will sich der Gemeinderat von Tuttlingen als Vorbild humanitären Handelns profilieren. Außer Acht gelassen wird dabei, dass die Kommunen bei der Versorgung von Migranten erhebliche finanzielle Lasten tragen. Somit scheint die Selbstdarstellung als Helfer in der Not zur Priorität geworden zu sein. Wahltaktische Gründe mögen bei der Entscheidung ebenfalls eine Rolle gespielt haben (03.11.19 OB-Wahl Tuttlingen).

Humanitäre Hilfe zu leisten, ist fraglos ein ehrenwertes Anliegen – nur stellt sich im Zusammenhang mit den sog. “Mittelmeer-Flüchtlingen“ die Frage, ob der von der “Seebrücke“ eingeschlagene Weg der richtige ist. In Afrika warten Millionen Menschen auf die Gelegenheit, mit der Emigration nach Europa ihre Lebensumstände zu verbessern. Es ist jedoch völlig unmöglich, all diesen Menschen hier in Europa ein besseres Leben zu bieten. Aufgrund des exponentiellen Bevölkerungswachstums in Afrika verschärft sich diese Situation von Tag zu Tag. Siehe hierzu: https://youtu.be/zNERcF1J1uY

Bis 2050 wird sich Zahl der Bewohner Afrikas verdoppeln. Wer ernsthaft helfen will und sich nicht nur einen humanitären Anstrich geben möchte, der muss Vernunft walten lassen. Der sollte nach Alternativen zur unkontrollierten Einwanderung suchen, bevor wir selbst nicht mehr in der Lage sein werden zu helfen. Schon heute trägt unsere Erde eine Population, die sie bei einem Wegfall der fossilen Energieträger nicht mehr ernähren könnte. Zukunftsforscher sehen daher die Überbevölkerung als die größte Gefahr für die Menschheit.

Es ist kurzsichtig, zu glauben, dieses Problem könnte von gemeinnützigen Vereinen mit Sitz in Deutschland gelöst werden, indem ein paar Schiffe mit wohlklingenden Namen einen “Shuttle-Service” (Hans-Georg Maßen am 19. Juli auf Twitter) im Mittelmeer betreiben. Es geht um die nachhaltige und langfristige Bekämpfung der Ursachen dieser Migration – nicht nur die kurzfristige Linderung der Symptome. Mit den überall knappen Ressourcen muss vernünftig und zielgerichtet umgegangen werden, will man tatsächlich eine positive Veränderung bewirken. In diesem Zusammenhang wird nachvollziehbar, warum sich die Älteren unter uns die Frage stellen, was wohl mit Deutschland passiert wäre, wenn die meisten Kriegsheimkehrer beim Anblick der zerbombten Städte in die USA geflüchtet wären. Dann gäbe es heute keinen “sicheren Hafen“, in den sich die bedrohten jungen Männer Arabiens und Nordafrikas flüchten könnten. Wer dies anspricht, dem wird von manchen Medien die Spaltung unserer Gesellschaft vorgeworfen. Der Diskurs wird von Schwarz-Weiß-Denken bestimmt, das vereinfachender nicht sein könnte: hier die „Guten“ mit Humanität und sogenannter Willkommenskultur, dort die “Bösen“ als Bedenkenträger oder Populisten. Diese Polarisierung ist nicht zielführend. Vor allem nicht angesichts der wachsenden Bedrohung für Deutschland und Europa durch unkontrollierte Einwanderung und Islamismus.

Dringend gefragt ist eine parteiübergreifende Solidarität mit dem Ziel einer realistischen Lösungsfindung. Die primäre Aufgabe ist die Hilfe zur Selbsthilfe – und das vor Ort. Hinzu kommt eine intensivierte Zusammenarbeit mit den Regierungen der betroffenen Länder zum Thema Geburtenkontrolle durch Stärkung der Frauen. Dies sind Optionen mit Aussicht auf nachhaltigen Erfolg. Nur wenn Armut und Perspektivlosigkeit in diesen Regionen angesprochen werden, lässt sich dort auf längere Sicht wieder Handlungsfähigkeit und damit zusammen eine gewisse Selbstachtung aufbauen. Die Friedenssicherung sowie eine (Wieder)herstellung wirtschaftlicher Stabilität in den betroffenen Regionen, kann nur von internationalen Organisationen in Angriff genommen werden. Auf dieser Bühne ist jedoch weder für die Stadt Tuttlingen noch für Jan Böhmermann und seine “Seebrücke“ eine Rolle vorgesehen. Deren angeblich humanitäres Engagement bleibt dem Zweck der Selbstdarstellung vorbehalten.