Stuttgart, 03.11.2017. Rund 70 Prozent der sich derzeit in Baden-Württemberg aufhaltenden Asylberechtigten und anerkannten Flüchtlinge sind männlichen Geschlechts. Das ergab eine Antwort der Landesregierung auf einen Berichtsantrag mehrerer AfD-Abgeordneter.

Demnach hielten sich zum Stichtag 31. August 2017 120 syrische Staatsangehörige mit einer Aufenthaltserlaubnis gemäß § 25 Abs. 1 AufenthG (Asylberechtigte), sowie 33.543 syrische Staatsangehörige mit einer Aufenthaltserlaubnis gemäß § 25 Abs. 2 Var. 1 AufenthG (Flüchtlingseigenschaft zuerkannt) in Baden-Württemberg auf. Von den Asylberechtigten waren zu diesem Zeitpunkt 84 Personen Männer. Unter den Personen mit zuerkannter Flüchtlingseigenschaft waren 22.941 männlich. Dies entspricht in beiden Fällen einem Anteil von rund 70 Prozent.

“Diese Zahlen sind nicht überraschend, wenn man sich nationale Berechnungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge anschaut”, erklärt der AfD-Landtagsabgeordnete Daniel Rottmann (Wahlkreis Ehingen). “Auch aus anderen europäischen Ländern sind ähnliche Verhältnisse bekannt. Sie dokumentieren nach offizieller Lesart die Absicht, über das Vorschicken der körperlich Starken die Chancen für einen späteren Nachzug der restlichen Familie zu erhöhen.” Für ihn stelle sich aber die Frage, „wie diese Ansicht mit der zuletzt vielfach gehörten Behauptung zusammenpasst, dass im Rahmen des Familiennachzugs nur relativ wenige Personen nach Deutschland kommen würden”, so Rottmann weiter.

Lars Patrick Berg, innenpolitischer Sprecher der AfD-Landtagsfraktion, erklärt dazu: “Die Frage des Familiennachzugs für syrische Flüchtlinge sollte sich demnächst in der Regel jedenfalls gar nicht mehr stellen. Der Krieg in Syrien neigt sich wahrscheinlich dem Ende zu, wie nicht zuletzt die erfreuliche Nachricht von der heutigen vollständigen Rückeroberung der ostsyrischen Stadt Deir ez-Zor vom IS durch die syrische Armee zeigt. Schon jetzt hat sich die Lage in weiten Teilen Syriens offensichtlich wieder entspannt, so dass Familienzusammenführungen in den nächsten Jahren vornehmlich in Syrien selbst stattfinden dürften.”